Henri Estienne. Thesaurus Graecae linguae 1572


Henri Estienne. Thesaurus Graecae linguae 1572

Artikel-Nr.: 042

Henri Estienne Thesaurus Graecae linguae, Paris oder Genf, 1572, 5 Bde. in 4. Gr. Folio

Holzdeckelbände der Zeit mit blindgeprägtem hellem Schweinslederbezug. Vorderdeckel jeweils mit dem eingeprägten großem (farbig) gestalteten fürstbischöflichem Wappen eckig mit zusätzlichem farbigen Rahmen, der die Ahnenwappen Echters in dekorativer Renaissanceornamentik fasst, als Supralibros des Würzburger Fürstbischofs und Gründers der Universität Würzburg Julius Echter von Mespelbrunn (1545 bis 1617), im Amt 1573-1617. Schließen fehlen, auf dem grünen Vorderschnitt mit goldgepr. Schrift.

Die reich verzierten Einbände sind ein Werk des Hofbuchbinders Julius Echters – Jakob Preisger - , die Einbände tragen seine Initialen I P.

Vorderdeckel jeweils mit dem schönen großem Wappen des Fürstbischofs Julius Echter v. Mespelbrunn, eckig mit zusätzlichem farbigen Rahmen verziert und mit einem zweifachem Rahmenaufbau. Die äußere Rolle mit Pflanzenornamentik durchbrochen von kl. Herrscherköpfen, die innere Rolle zeigt die Verkündigung, Taufe Christi, Christus am Kreuz und die Auferstehung Christi.

 

Die Rückdeckel mit einem dreifachen Rahmenaufbau. Die äußere Rolle mit Pflanzenornamentik durchbrochen von kl. Herrscherköpfen, die breitere mittlere Rolle zeigt die Verkündigung (Txt. CONCIPI IN V), die Taufe Christi (Txt. HIC EST FILI), Christus am Kreuz (I P; Txt. SATISFACTIO) und die Auferstehung Christi (Txt. IVSTIFICATI). Die innere Rolle mit Darstellungen der Justitia, Spes, Fides und Charita. Sie zeigen weiter in der Mitte jeweils eine große blindgeprägte Platte mit vier verschiedenen Motiven 1. das Bild der stehenden Justitia mit der Umschrift „Lance rego causas ferro te/go et vero vitam elige sive vis vivere sive mori“ ( Ich lenke die Prozesse mit der Waage. Mit dem Schwert vernichte und schütze ich das Leben. Wähle ! Willst du leben oder sterben ), in den Zwickeln – Fides – Spes – Cari – Tem für Fides, Spes, Caritas und Temperantia (vgl. EBDB Werkstatt w002509, Werkzeug p001485; Haebler I 332-333) sowie 2. Caritas und der Bettler mit der Umschrift – „Quae voco insigni charitum de nomine virtus omnia quae pietes suadet obire sequ“, in den Zwickeln - Pi/etas - Pacien/cia - Hvmil - Casti - für Pietas, Patientia, Humilitas und Castitas (vgl. EBDB p001485) und 3. die sitzenden Personifikationen von Fides und Spes mit Kelch, Kreuz, Buch und Gottvater, mit der Umschrift "Impetrat alma Fides Christo quam dante salutem expectare soror Spes animosa solet" in den Zwickeln mit den Tugenden Justitia (Ivstici), Prudentia (Prvden), Fortuna (Fort) und Temperantia (Temp) (nicht in EBDB !) sowie 4. die stehende Fortuna mit der Umschrift "Passibus ambiguis Fortuna volubilis errat et manet in nullo certa tenax quae loco" (Schwankenden Schrittes irrt das flüchtige Glück, an keinem Ort bleibt und verharrt es auf Dauer) in den Zwickeln - Gramati - Diale - Retho - Music für die freien Künste Grammatik, Dialektik, Rhetorik und Musik ( nicht in EBDB !) aus der Werkstatt des Hofbuchbinders Julius Echters – Jakob Preisger -.

Auf dem Vorderschnitt wurde jeweils der Titel und Name des Besitzers („Julius Dei Gra Eps Wirceburg: ac Franciae Orientalis Dux“) und das Bindejahr 1573 mit goldenen Lettern eingeprägt.

Provenienz: Fürstbischof Julius Echter v. Mespelbrunn; handschriftlicher Eintrag (1. Band) von Christoph. Dahl (Prof. und Rektor der Universität Uppsala).

Der Preis ist Verhandlungssache.

 

(Zuletzt erzielte ein vergleichbarer Einband bei einer Buchauktion bei Christies (London, 01.12.2016 - Los-Nummer: 91 16.206,- € brutto).

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